Minimalismus auf Weltreise - Große Erlebnisse mit kleinem Koffer

Mit wie wenig Klamotten kann man eigentlich leben und reisen? Bei der Beantwortung dieser Frage hat die Journalistin Meike Winnemuth mehrmals alle Rekorde geschlagen. Sie zog ein Jahr lang täglich das gleiche Kleid an und reiste mit minimaler, multifunktionaler Garderobe 12 Monate lang um die Welt. Von ihr können wir lernen, wie man mit der minimalen, richtigen Kleidung jeden Tag einfach gut aussieht.
Mit leichtem Gepäck weit reisen
Als die damals 50-jährige Meike Winnemuth 2010 bei „Wer wird Millionär?“ eine halbe Million gewonnen hatte, packte sie ihren Koffer und reiste ein Jahr lang um die Welt. Sie stieg jedoch nicht ins Flugzeug, ohne der Schneiderin und Designerin Katharina Hovman einen Besuch abzustatten. Die kreative Minimalistin dachte sich neue Basics für die frisch gebackene Gewinnerin aus: Zwei Röcke, zwei Hosen, ein Kleid, eine Jacke, zwei langärmelige Blusen und eine kurzärmelige Bluse. Sie verwendete unterschiedliche Materialien von leichtem Taft bis zur knitterfreien Sport-Funktionsfaser, um Kleidungsstücke für alle nur denkbaren Situationen zu erschaffen. Denn Meike Winnemuth hatte sich vorgenommen, einen Monat lang in jeweils einer Großstadt der Welt zu leben. Alle Klamotten waren in Dunkelblau und Petrol gehalten und deshalb miteinander und auch mit weißen Basic-Teilen wie T-Shirts oder Tank Tops kombinierbar.
Dermaßen minimalistisch ausgestattet, und dennoch für allerlei Abenteuer ausgerüstet, erkundete die Abenteurerin zwölf Metropolen auf dem gesamten Globus. Sie sah beim Stick- sowie Tangokurs, in der Oper und am Strand aus, als hätte sie sich nur dafür gekleidet. Außerdem definierte die Farbe bald auch ihren Stil und ihr Selbstverständnis – ein dankbarer psychologischer Nebeneffekt, wie sie in ihrem Buch „Das große Los“ berichtet.
 
365 Tage lang das gleiche Kleid
Neun Basic-Teile für den Koffer – das ist geradezu ausschweifend, wenn man sich ein anderes Experiment anschaut, das die gebürtige Schleswig-Holsteinerin gewagt hat: „Das Kleine Blaue“ heißt der Selbstversuch, bei dem Meike Winnemuth 365 Tage lang das gleiche Kleid getragen hat. Es handelte sich wohl gemerkt um das gleiche Kleid, und nicht das selbe. Designerin Hovman hatte zu diesem Zweck nämlich drei identische Stretch-Kleider geliefert.
Sie ist sich schon zu Beginn des Experiments sicher: „Das Kleid wird mich lieben, was immer auch passiert in diesem Jahr. Es ist so nachgiebig, dass notfalls zehn Kilo mehr reinpassen (ein Jahr ist lang), es verzeiht unladylikes Rumschlunzen, denn es knittert nicht, auf Reisen lässt es sich im Handwaschbecken waschen und ist im Nu trocken.“ Tatsächlich war das kleine Blaue ein Jahr lang Meike Winnemuths täglicher, aber nicht einziger Begleiter. Denn Aufmotzen war erlaubt: Verschieden farbige Strumpfhosen, Halstücher, Gürtel und Jacken haben beim Warmhalten, Aufhübschen und Abwechseln geholfen. Der minimalistischen Journalistin ist es gelungen, ein Jahr mit einem Kleid zu leben. Es hat ihr bei der Definition ihres Stils und beim Erforschen ihrer Kreativität geholfen – weniger ist hier in jedem Fall mehr. Wer hätte gedacht, dass Kleiderreduktion auch zur Persönlichkeitsentwicklung taugt? Ihr Jahr im kleinen Blauen lässt sich im Blog nachvollziehen.
 
Kleiderminimalismus für jedermann
Sommerurlaub mit leichtem Gepäck - mit wenig zu reisen, ist vielleicht herausfordernd, aber auch inspirierend, entwickelnd und gibt Platz für bedeutende Gedanken und Erlebnisse. Dass man dabei bares Geld spart, ergibt sich von selbst. Es bedarf keines prominenten Beispiels wie der Autorin Meike Winnemuth, um sich die Möglichkeiten selbst auszumalen. Den eigenen Stil finden, sich selbst bewusstwerden, den Zweck bestimmen – all diese Gedanken gehören vor den Kleiderkauf. Wer richtig, qualitätsbewusst und nachhaltig wählt, findet Freunde fürs Leben. Freunde, die nicht meist im Kleiderschrank hängen oder im Koffer liegen, sondern ständig getragen werden oder an der frischen Luft zum Trocknen hängen – egal, an welchem Ort. Dafür muss man keine halbe Million gewinnen.
Eure Anja
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